Folgende Faktoren sollten miteinander verbunden werden: hoher
Wiedererkennungswert, Funktionaliät, maximale Flexibilität sowie kultureller Anspruch. Um
diesen hohen Anforderungen gerecht zu werden, handelten die Architekten und der Künstler nach der Maxime:
Die Wände gehören der Kunst, die Decke dem Licht, der Boden der Straße und der
Raum der Ware. So entstand eine Fusion von imaginärem Kunstraum und funktionalem
Verkaufsraum, wobei der Wandmalerei als verbindendem Element unterschiedlicher Raumteile
eine konstruktive Bedeutung beikam.
Die Wandgestaltung wurde im Stil einer Allover-Malerei ausgeführt, die nicht nur Wände,
sondern auch Säulen, Pfeiler, Träger und Türen umfaßte. Für die differen Komposition waren
mehrere Entwurfsserien nötig. Die Gliederung der einzelnen sich überlagernden Malflächen
wurde so lange verfeinert, bis eine spannungsvolle, rythmische Komposition des
Raumganzen entstand. Die Farbpalette besteht ausschließlich aus kühlen Grautönen.
Unterschiedliche Farbnuancen wurden in Schichtenmalerei aufgetragen und verdichtet. Sie
korrespondieren sowohl mit dem Birkenholzton
des Mobiliars als auch mit der Farbe des tierten Bodens. Darüber hinaus besitzt Grau die
Fähigkeit, die Wahrnehmungsfähigkeit zu schärfen und andere Farben in Spannung zu
versetzen. Sie ist die ideale Präsentationsfarbe für eine jeweils unterschiedliche Kollektion.
Sämtliche Einrichtungsobjekte (Design: PARTNER) sind modular aufgebaut, d.h. durch Rollen
frei beweglich, austauschbar und kombinierbar. Dadurch ergeben sich ständig alternierende
Blickwinkel und Variationen. In Verbindung mit der Wandmalerei entstand auf diese Weise
eine mobile Raumcollage.
Wandmalerei heute Callwey Verlag, München 1999
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